# Kurzanalyse Begleitgruppe Schulraumplanung Windisch

**Sitzung:** Mittwoch, 08. Juli 2026, 18:00–20:00, Gemeindehaus, Einwohnerratssaal, 8. Stock  
**Unterlagen:** Bericht Schulraumplanung Windisch Phase 1+2 vom 01.06.2026 inkl. Beilagen BL01–BL08  
**Zweck:** Einordnung, Kernaussagen Phase 1/2, Sicht Schulleitungen, Diskussion Bericht, nächste Schritte.

## 1. Worum es geht

Die Unterlagen sind keine reine Bauvorlage, sondern eine **strategische Grundlage für die weitere Schulraumplanung**. Phase 1+2 analysiert:

- erwartete Bevölkerungs- und Schülerentwicklung,
- heutigen Bestand an Schulräumen,
- Defizite gegenüber pädagogischen und betrieblichen Anforderungen,
- Bedarf nach Standort, Stufe und Nutzung,
- Prämissen und Grundsatzentscheide für Phase 3.

Der zentrale Antrag im Bericht: Der Gemeinderat soll die Planungsgrundlagen bestätigen, die offenen Grundsatzentscheide klären und **Phase 3 mit Variantenstudium / Lösungskonzeption auslösen**.

## 2. Kernaussagen, die du kennen musst

### Wachstum / Prognosen

- Windisch wächst stark. Mit Stadtraum Bahnhof wird ein Anstieg von ca. **8’200 auf 12’800 Einwohner in 20 Jahren** angenommen.
- Ohne Stadtraum Bahnhof steigt die Bevölkerung immer noch auf ca. **10’850**.
- Für Kindergarten und Primarschule wird ohne Stadtraum Bahnhof mit einem Anstieg von ca. **700 auf 900 Schüler*innen** gerechnet; mit Stadtraum Bahnhof auf ca. **1’100**.
- Stadtraum Bahnhof wird im Bericht offenbar separat betrachtet, weil dort langfristig mit eigener Kindergarten-/Primarschullösung gerechnet wird.

### Kindergarten

- Heute: **8 Kindergartenklassen**.
- Kurzfristig ca. 6 Jahre kein akuter Klassen-Handlungsbedarf.
- Danach Anstieg auf **9–11 Klassen**, je nach Entwicklungsgeschwindigkeit und Geburtenrate.
- Standortfrage ist zentral: Unterdorf/Wallweg und Gebiet «Im Winkel» erzeugen Druck. Schulwege und Querungen, insbesondere Zürcherstrasse, sollen stark gewichtet werden.

### Primarschule

- Heute: **25 Primarklassen**.
- Mittelfristig ca. 9 Jahre kein Klassen-Handlungsbedarf.
- Langfristig Anstieg auf ca. **30 Klassen** (+5).
- Doppeljahrgangsklassen bringen gemäss Bericht kaum sinnvolle Entlastung.
- Hauptdruck liegt am Standort **Dohlenzelg**, insbesondere wegen Arealentwicklung «Im Winkel»; Rütenen scheint wachstumsseitig eher ausreichend, Dorf kann temporär an den Anschlag kommen.

### Oberstufe

- Real: heute 7 Klassen; langfristig eher **9 Klassen**.
- Sek: heute 8 Klassen; kurz-/mittelfristig eher stabil bzw. zeitweise tiefer, langfristig wieder bis **9 Klassen**.
- Bez: heute 11 Klassen; bald **12 Klassen**.
- Wenn zusätzlich Schüler*innen aus Lupfig/Birrhard übernommen würden: deutlich grösserer Druck, inkl. Empfehlung für Puffer. Bezirksschule könnte dann Richtung 13–15 Klassen gehen.

## 3. Wichtigste Defizite im Bestand

Der Bericht sagt klar: Das Problem ist nicht nur die Anzahl Klassenzimmer. Entscheidend sind **Qualität, Lage, Funktionalität und Nebenräume**.

### Quantitative / funktionale Defizite

- Kindergarten SOLL 1: fehlen **3 Gruppenräume** und **4 Förderräume**.
- Kindergarten SOLL 2: fehlen **2 Unterrichtsräume**, **5 Gruppenräume**, **4 Förderräume**.
- Primarschule SOLL 1: fehlen **3 Gruppenräume**, **4 Förderräume**, **1 Aula/Diversraum**.
- Primarschule SOLL 2: fehlen **8 Unterrichtsräume**, **5 Gruppenräume**, **4 Förderräume**, **1 Aula/Diversraum**.
- Oberstufe SOLL 1: fehlen **7 Gruppenräume**, **2 Förderräume**, **1 Aula/Diversraum**; gleichzeitig rechnerischer Überschuss an Unterrichtsräumen.
- Oberstufe SOLL 2: fehlen **8 Gruppenräume**, **2 Förderräume**, **1 Aula/Diversraum**; Unterrichtsräume reichen rechnerisch.

### Pädagogische Defizite

Aus dem pädagogischen Konzept:

- Räume müssen flexibler nutzbar werden: Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Workshops, Projekte.
- Zielstandard: **1 Gruppenraum pro 2 Klassenzimmer**.
- Förderung / DaZ / Schulsozialarbeit sollen standortnah, niederschwellig und mit geschützten Gesprächsräumen möglich sein.
- Lehrpersonen brauchen Räume für Vorbereitung, Co-Planning, Teamarbeit und Aufenthalt.
- Für Zyklus 3 fehlen Aufenthaltsräume, insbesondere über Mittag.

### Tagesstruktur / Mittagstisch

- Heute Tagesstrukturfläche ca. **507 m²**.
- Zukunftsbedarf stark unsicher: Szenarien von ca. **1’002 m² bis 3’462 m²**.
- Politisch wichtig: Erst Zielniveau klären – Mindestangebot, Ausbau, evtl. Richtung Tagesschule?
- Oberstufe: kein eigentlicher Mittagstisch; Chapf hat kaum geeignete Räume; Bedarf ca. **40–50 Schüler pro Schulhaus und Mittag** plus Aufsicht.

### Bibliothek

- Heute bereits zu wenig Fläche gemäss Richtlinien.
- Künftiger Bedarf liegt je nach Berechnung zwischen ca. **390 m² und 695 m²**.
- Bibliotheksleitung hält Trennung von Gemeinde- und Schulbibliothek nicht für sinnvoll.
- Grundsatzentscheid nötig: heutiger Standort erweitern, innerhalb Dohlenzelg/Chapf neu organisieren oder anderer Standort?

### Musikschule / ausserschulische Nutzung

- Musikschule soll dezentral in Schulstandorten bleiben, aber es fehlen klare Räume, abschliessbare Instrumentenlager und minimale Infrastruktur.
- Mehrfachnutzung ist sinnvoll, aber nur begrenzt möglich, weil Instrumente/Fixausstattung und Randzeiten den Betrieb einschränken.

## 4. Politische Hauptfragen für die Diskussion

Vor Phase 3 müssen laut Bericht Grundsatzentscheide fallen. Für dich sind besonders wichtig:

1. **Standortstrategie:** Welche Standorte werden gestärkt, entlastet, ersetzt oder aufgegeben? Bericht nennt Rütenen, Dohlenzelg und Dorf als zu stärkende Primarstandorte.
2. **Tagesstruktur:** Welches Angebotsniveau will Windisch politisch? Minimal, Ausbau, Tagesschule? Ohne diese Antwort explodiert die Bandbreite beim Flächenbedarf.
3. **Bibliothek:** Welche Rolle und Grösse soll die gemeinsame Gemeinde-/Schulbibliothek künftig haben?
4. **Kindergartenstandorte:** Schulweg, Querung Zürcherstrasse, Nähe zu Wohngebieten und Zustand bestehender Kindergärten müssen früh geklärt werden.
5. **Oberstufe / Nachbargemeinden:** Bleibt Einzugsgebiet wie heute oder kommen Lupfig/Birrhard dazu? Das verändert die Dimensionierung stark.
6. **Gebäudezustand:** Wurde nicht vertieft analysiert, muss aber in Phase 3 zwingend Entscheidungsparameter sein.
7. **Reserven / Etappierung:** Bericht empfiehlt Puffer, besonders Oberstufe, und Klassenzuwachs als zweite Etappe mitzudenken.

## 5. Kritische Punkte / mögliche Fragen in der Sitzung

- Wie robust sind Prognosen zu Geburtenrate, «Im Winkel» und Stadtraum Bahnhof?
- Wird Stadtraum Bahnhof wirklich separat mit eigener Schule/Kiga geplant – und ab wann?
- Welche bestehenden Gebäude sind sanierungswürdig, welche nicht?
- Wird die Gemeinde zuerst ein Angebotsziel für Tagesstrukturen definieren, bevor gebaut wird?
- Werden Betriebskosten und Personalfolgen der Tagesstruktur/Mittagstisch parallel ausgewiesen?
- Wie wird verhindert, dass rein rechnerische Flächenüberschüsse über reale Defizite bei Qualität/Lage/Nebenräumen hinwegtäuschen?
- Gibt es bereits Szenarien für Etappierung und Provisorien?
- Wie werden Vereine, Musikschule, HPS, Schulsozialarbeit und Aufgabenhilfe in die Gesamtplanung integriert?

## 6. Einschätzung für deine Position

Die Unterlagen sprechen eher für **zügiges Weitergehen in Phase 3**, aber nicht für einen Blankoscheck. Sinnvoll wäre:

- Phase 3 unterstützen,
- aber klare politische Leitplanken verlangen:
  - Tagesstruktur-Zielniveau,
  - Standortstrategie,
  - Umgang mit Bibliothek,
  - Einzugsgebiet Oberstufe/Nachbargemeinden,
  - Gebäudezustand und Sanierungslogik,
  - Etappierung + Kosten-/Betriebsfolgen.

Kurzform für die Sitzung: **Der Handlungsbedarf ist plausibel, aber Phase 3 muss Varianten, Kosten, Etappierung und Betrieb belastbar machen – sonst wird aus einer pädagogisch richtigen Analyse ein finanziell und politisch schwer steuerbares Projekt.**
